Wer in den letzten Jahren auch nur halbwegs aufmerksam durch Kahla lief, dem blieb eines nicht verborgen: In beinahe jedem Straßenzug befinden sich rechte Parolen, entsprechende Aufkleber an Laternen oder Sprühereien durch Schablonen. „Kahla bleibt deutsch“, „Für nationalen Sozialismus“ und „Volkstod stoppen“ sind einige ihrer Losungen. Verantwortlich hierfür sind junge Neonazis, die vor allem seit dem Jahr 2008/2009 zunehmend aktionistisch auftreten und beabsichtigen, mit ihrer Propaganda eine rechte Hegemonie zu zementieren. Gerade historische Daten finden bei der Kahlaer Szene großen Zuspruch für die regelmäßige Durchführung von konzentrierten Propaganda-Aktionen. Jeweils zum 13. Februar verbreitet die Szene geschichtsrevisionistische Aufkleber, Plakate und Graffitis anlässlich dem Jahrestag der Bombardierung Dresdens. Zum 20. April wird sich oft in Kahla zu Hitlergeburtstagsfeiern in großer Runde getroffen und am 17. August wird das Gesicht von Hitlerstellvertreter Rudolf Hess anlässlich dessen Todestag in Kahla mit entsprechenden Slogans verbreitet. Unabhängig davon tauchten zuletzt auch andere neonazistisch motivierte Graffitis ganzjährig in Kahla auf, darunter besonders häufig auch der Schriftzug „FN Kahla“.

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